Berufliches Neuland – mit Michaela Hausdorf und Timo Wans

Klartext – Liebe Michaela, lieber Timo, wie genau würdet Ihr Euer berufliches Neuland beschreiben?

Michaela: Nach dem Abitur arbeitete ich sieben Jahre lang in einer Sparkasse im Produkt-, Preis- und Kampagnenmanagement. So sehr ich die Kollegen auch mochte und die Arbeit interessant fand – mein Herz schlug einfach für ganz andere Themen. So entschied ich mich dazu, 2017 eine Promotion im Bereich (social) Entrepreneurship zu starten. Mit meinem finanzwirtschaftlichen Know-How und den Erkenntnissen aus meiner Promotion gehe ich inzwischen endlich meiner Leidenschaft nach: Gemeinsam mit Timo unterstütze ich Menschen, die soziale, nachhaltige und bunte Projekte umsetzen möchten!

Timo: Berufliches Neuland? So fühlt es sich bei mir nicht wirklich an. Ich habe in den letzten beiden Jahren gemeinsam mit vielen engagierten Menschen eine Initiative der Solidarischen Landwirtschaft in Trier aufgebaut. Im Grunde übertrage ich meine Erfahrungen aus diesem Prozess nun auf neue Projekte.

 

Wir haben unser Unternehmen MYZELIUM genannt. Warum, seht Ihr in diesem Video:  Nun ist auch bestimmt klar, worum es uns mit unserem Herzensanliegen geht: Nämlich darum,  Trier durch Informationsaustausch und Kooperation nachhaltiger, inklusiver und bunter zu machen. Der Fachbegriff dafür ist communitybasiertes oder kollaboratives Wirtschaften.

 

Motivation – Was treibt Euch an?

Timo: Wir wollen Trier und die Region verändern: Unsere Vision ist, dass es zahlreiche gemeinschaftliche Projekte in Trier gibt, die die Region lebenswerter machen und neue Perspektiven schaffen! Unser Ziel ist es, dass z.B. Hochschulabsolventen sagen: „Hier will ich bleiben, weil ich hier meine Träume verwirklichen kann!“

 

Überwindung – Wovor hattet Ihr Angst? Bzw. Was hat Euch anfänglich zurückgehalten, Eure Idee zu realisieren?

Michaela: Bei mir war es zum einen der Gedanke „Du schaffst es während der Promotion nicht, dich selbstständig zu machen!“. Jetzt merke ich, dass mich meine Arbeit so beflügelt, dass ich dann auch wieder viel effizienter an der Promotion arbeiten kann. Und zum anderen: „Bist du überhaupt eine gute Beraterin? Hast du genug Know-How?“ Wer solche Ängste hat, dem kann ich nur empfehlen, es ein einziges Mal auszuprobieren! Nach meinem ersten Beratungstermin hatte ich ein riesengroßes Lächeln im Gesicht und dachte mir: „Das ist genau mein Ding – das will ich machen!“

Timo: Für mich war immer klar, dass ich nicht alleine gründen möchte. Mein Ziel ist es, mich möglichst immer auf meine Stärken konzentrieren zu können. Michaela und ich ergänzen uns perfekt, da ihre Stärken meine Schwächen sind!

 

Unterstützer – Wer oder was hat Euch geholfen, Euer Ziel nicht aus den Augen zu verlieren?

Michaela: Timo und ich unterstützen uns gegenseitig: Er ist der Kreative, der unterschiedlichste Ideen miteinander verknüpft und Visionen erschafft. Er hilft mir, nach vorne zu blicken, wenn ich gedanklich festhänge. Ich wiederum bin die Sachliche, die seine Visionen in klare nächste Schritte übersetzt und unseren Kunden Sicherheit und Planbarkeit verschafft.

 

Stolpersteine – Welches Talent hat Euch über schwierige Phasen hinweg geholfen? Und was habt Ihr daraus gelernt?

Michaela: Die Anfangsphase war für mich durch viel Unsicherheit geprägt. In dieser Zeit musste ich lernen, geduldig zu sein und zu vertrauen. Nicht gerade meine Stärken ;-). Aber ich denke, als GründerIn braucht man die richtige Mischung aus Tatendrang, Geduld und Vertrauen. 

 

Neuland – Was hättet Ihr auf Eurem Weg nie für möglich gehalten?

Michaela: Dass es so einen riesengroßen Beratungsbedarf für communitybasiertes Wirtschaften gibt. Schon bevor wir die erste Visitenkarte, den ersten Flyer oder die Internetseite erstellt hatten, meldeten sich schon zahlreiche Interessenten bei uns!

 

Neuorientierung – Welche drei Tipps gebt Ihr Gleichgesinnten (Gründerinnen) mit auf den Weg?

Timo:

1)      Entwickele eine starke Idee! Folge dabei deinen Träumen und Visionen.

2)      Traue dich! Arbeite konsequent an der Umsetzung deiner Idee.

3)      Gewinne andere für deine Idee! Baue eine starke Community auf, die dich auch finanziell unterstützt! 

 

Ressourcen – Was ist Euer Lebensmotto?

Michaela: Seit Jahren trage ich den Spruch von Mahatma Gandhi mit mir: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst in dieser Welt.“

 

Zukunftspläne – Was ist Euer nächstes Projekt?

Timo: Aktuell liegt unser Schwerpunkt auf der Beratung für communitybasiertes Wirtschaften, insbesondere für soziale und nachhaltige Projekte.

Ab dem Frühjahr 2019 möchten wir noch mehr Menschen die Möglichkeit geben, mehr über die Besonderheiten des communitybasierten Wirtschaftens zu erfahren. Daher bieten wir dann auch Vorträge und Workshops an.

 

Inspiration – Wer oder was hat Euch inspiriert (Andere Gründer/innen, Bücher, etc.)?

Timo: Eine konkrete Person oder ein Buch kann ich nicht nennen. Mich inspirieren jedoch Menschen, die die Welt nachhaltiger machen und zeigen, dass das gute Leben für alle erreichbar ist.

Michaela: Mir geht es ähnlich, wobei viele bewundernswerte Menschen so weit weg zu sein scheinen. Wir möchten zeigen, dass jeder von uns mit ganz einfachen Mitteln hier vor Ort etwas bewegen kann. 

 

Freizeit – Wo trifft man Euch?

Timo: Sehr häufig trifft man uns gemeinsam im Astarix 😊.

 

Liebe Michaela, lieber Timo,

ich bin begeistert, in welch kurzer Zeit Euere Selbstständigkeit Fahrt aufgenommen hat, getreu dem Motto: „Einfach anfangen!“

Herzlichen Dank für den Einblick in Eure (Zusammen-)Arbeit! Ich bin davon überzeugt: Die Zeit ist reif für ein neues Miteinander und Ihr beiden verkörpert auf absolut authentische, professionelle und tatkräftige Art die Philosophie Eures Unternehmens! Viel Erfolg für Euch beide weiterhin, ich verfolge gespannt Eure Weiterentwicklung!

Liebe Grüße, Eure Susanne